
Überlebende aus dem Norden
Spitzbergen
DIE TIERE
VON SVALBAD
Arktisches Land der Extreme
Spitzbergen ist ein abgelegener arktischer Archipel, etwa auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol gelegen, und zählt damit zu den spektakulärsten Naturschutzgebieten der Erde. Umgeben von treibendem Packeis und kalten Strömungen des Arktischen Ozeans, werden die Inseln von Gletschern, schroffen Bergen und schmalen Tundrastreifen geprägt, auf denen während des kurzen Sommers das Leben erwacht.
Im Winter herrscht auf Spitzbergen mehrere Monate lang Polarnacht, die Sonne geht nie über den Horizont. Darauf folgt eine lange Periode der Mitternachtssonne mit konstantem Tageslicht, in der die Tierwelt ihren Höhepunkt erreicht. Diese extremen Jahreszeiten bestimmen, welche Tiere Spitzbergens man wann beobachten kann: Im Winter sind vor allem robuste Bewohner wie Eisbären, Spitzbergen-Rentiere, Polarfüchse und einige wenige Vögel und Robben anzutreffen, während der Sommer riesige Schwärme von Zugvögeln, Wale und Walrosskolonien mit sich bringt, die Spitzbergen zu einem der artenreichsten arktischen Wildtiergebiete der Erde machen.
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Spitzbergen zählt zu den wildesten Orten der Erde. Hier haben sich die Tiere an monatelange Dunkelheit, heftige Winde und treibendes Meereis angepasst. Für Besucher, die mit MyArctic.eu anreisen, bietet der Archipel zwei völlig unterschiedliche Naturerlebnisse: eine geheimnisvolle, minimalistische Winterwelt und einen lebhaften, geräuschvollen Sommer voller Vögel, Wale und Walrosse. Zu verstehen, wie Spitzbergens Tiere diese Jahreszeiten erleben, lässt jede Schneemobil-Safari, Bootsfahrt oder Tundra-Wanderung wie eine Reise in eine lebendige Dokumentation erscheinen.

Arktische Tierwelt: Leben in der Polarnacht
Der Winter auf Spitzbergen erstreckt sich etwa von November bis April, wobei die dunkelste Phase der Polarnacht von Ende November bis Mitte Januar dauert – eine Zeit, in der die Sonne nie aufgeht. Die Temperaturen können unter -30 °C fallen, Winde erreichen Geschwindigkeiten von über 20 m/s und Meereis breitet sich in den Fjorden und entlang der Küsten aus. Nur die am spezialisiertesten Tiere bleiben in dieser gefrorenen Dunkelheit aktiv.
Eisbären: Könige des Eises
Der Klassiker schlechthin ;)
Eisbären sind die unangefochtenen Ikonen des Winters auf Spitzbergen und streifen auf der Suche nach Robben weit über das Meereis und durch die Küstengebiete. Die Population der Barentssee, zu der auch Spitzbergen gehört, wird auf einige tausend Individuen geschätzt. Dies macht die Region zu einem der weltweit besten Orte, um ihnen zu begegnen – natürlich immer mit sicherem Abstand.
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Gewicht: Große Männchen können 600–700 kg erreichen; Weibchen sind deutlich kleiner, besonders wenn sie Junge säugen.
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Jagdstrategie: Bären nutzen ihren unglaublichen Geruchssinn, um Ringelrobben an ihren Atemlöchern im Eis aufzuspüren. Dort warten sie regungslos, bevor sie einen Überraschungsangriff starten.
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Winterverhalten: Im Hochwinter folgen Eisbären oft der Meereiskante oder treiben mit dem Packeis, um stabile Jagdplattformen zu nutzen – ein Lebensraum, der durch den Klimawandel zunehmend bedroht ist.
Begegnungen im Winter sind am wahrscheinlichsten auf Motorschlitten-Expeditionen oder entlang eisbedeckter Fjorde, wobei strenge Sicherheits- und Abstandsregeln gelten, um sowohl die Bären als auch die Besucher zu schützen.
Spitzbergen-Rentier: Spezialisten der Tundra
Das Spitzbergen-Rentier ist eine endemische Unterart, die nur hier vorkommt. Sie sind kompakt und fassförmig gebaut, mit kurzen Beinen und dichtem Fell, um Wärmeverluste zu minimieren. Sie prägen das Landschaftsbild und sind oft in der Nähe von Longyearbyen, im Adventdalen und in anderen Tälern zu sehen, die von Wintertouren durchquert werden.
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Winternahrung: Rentiere graben mit ihren Hufen durch festen Schnee, um Flechten, Moose und gefrorene Gräser zu erreichen, wodurch die charakteristischen „Krater“ entstehen.
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Anpassungen: Ihr niedriger, stämmiger Körperbau und das extrem dicke Winterfell ermöglichen es ihnen, Windchill-Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt standzuhalten, während sie weiter nach Futter suchen.
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Sozialleben: Im Winter findet man sie oft in kleinen Gruppen oder allein, um Energie zu sparen und sich langsam durch die Tundra zu bewegen.
Ein Rentier zu beobachten, wie es im blauen Licht der Polardämmerung ruhig den Schnee beiseite scharrt, gehört zu den unvergesslichen Winterszenen auf Spitzbergen.
Polarfuchs: Geist des Schnees
Der Polarfuchs ist ein Meister des Überlebens. Im Winter wechselt er sein Fell von braungrau zu reinweiß, um perfekt getarnt zu sein. Die flinken und neugierigen Füchse werden manchmal in der Nähe von Siedlungen gesichtet, wo sie den Spuren von Motorschlitten oder Patrouillen folgen.
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Ernährung: Im Winter fressen sie Überreste von Eisbärenrissen, suchen nach toten Seevögeln oder jagen Moorschneehühner und kleine Säugetiere, sofern verfügbar.
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Mobilität: Mit Sendern ausgestattete Füchse wurden dabei beobachtet, wie sie hunderte Kilometer über das Meereis zurücklegten – ein Beweis für ihre phänomenale Ausdauer.
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Winterstrategie: Sie überleben, indem sie opportunistisch und mobil bleiben und ständig Duftspuren und Fährten folgen.
Für Gäste ist das Aufblitzen eines weißen Schwanzes hinter einer Schneewehe oder winzige Pfotenabdrücke auf einem gefrorenen Fluss oft das einzige Zeichen dieser scheuen Raubtiere.
Wintervögel und Meeressäuger
Obwohl die meisten Vögel nach Süden ziehen, bleiben einige wenige hartgesottene Arten das ganze Jahr über:
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Spitzbergen-Moorschneehuhn: Der einzige Landvogel Spitzbergens, der das ganze Jahr hier verbringt. Seine voll befiederten Beine und Füße fungieren als natürliche Schneeschuhe.
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Gryllteiste und Eiderente: Diese Enten und Seevögel überwintern in eisfreien Rinnen und Polynjas, wo sie nach Nahrung tauchen können.
Auch Meeressäuger bleiben unter dem Eis aktiv:
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Ringel- und Bartrobben: Als lebenswichtige Beute für Eisbären halten diese Robben Atemlöcher offen und ruhen sich gelegentlich auf dem Festeis aus.
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Vereinzelte Walrosse: Einige Tiere bleiben selbst im Hochwinter in der Nähe von Polynjas oder der Eiskante, obwohl große Ansammlungen typischer für den Sommer sind.
Die Beobachtung von Wildtieren im Winter konzentriert sich oft mehr auf Spuren, Silhouetten und subtile Zeichen als auf große Tieransammlungen, aber die Atmosphäre ist einzigartig – still, dunkel und fast wie von einer anderen Welt.
Sommer-Wildtierwelt: Mitternachtssonne und explosives Leben
Von Mai bis Ende August erlebt Spitzbergen die Mitternachtssonne mit durchgehendem Tageslicht und schnell schmelzendem Schnee und Eis. Diese Zeit löst eine Explosion des Lebens aus, wenn Zugvögel, Wale und mehr Walrosse eintreffen, um zu brüten und zu fressen.
Walrosse: Giganten der Liegeplätze
Walrosse gehören zu den charismatischsten Tieren im Sommer auf Spitzbergen. Sie versammeln sich in lautstarken Kolonien an Stränden und auf flachen Küsteninseln.
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Liegeplätze: Beliebte Orte sind die Inseln in der Hinlopenstretet, die Region um Edgeøya und einige Stellen, die mit Bootstouren ab Longyearbyen erreichbar sind.
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Verhalten: Walrosse nutzen ihre langen Stoßzähne, um ihre schweren Körper auf das Eis oder an Land zu hieven, wo sie sich dann in großen, oft lautstarken Gruppen zusammendrängen.
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Ernährung: Sie tauchen zum Meeresgrund, um sich hauptsächlich von Muscheln und anderen wirbellosen Bodentieren zu ernähren, wobei sie ihre empfindlichen Barthaare zum Aufspüren der Beute nutzen.
Das Beobachten einer Kolonie aus respektvoller Entfernung vom Boot aus ist ein klassisches Sommererlebnis auf Spitzbergen und ein erstklassiges Motiv für die Naturfotografie.
Wale: Riesen der Fjorde
Die nährstoffreichen Gewässer Spitzbergens ziehen im Sommer zahlreiche Walarten an, die von den hohen Konzentrationen an Krill und Fischen angelockt werden. Häufige Sichtungen im Sommer umfassen:
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Buckelwale: Bekannt für spektakuläre Sprünge (Breaching) und das Abtauchen mit der Fluke, oft beim Fressen in der Nähe von Gletscherfronten.
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Zwergwale: Kleiner und flinker; man sieht sie häufig in den Fjorden auftauchen.
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Finn- und Blauwale: Das zweitgrößte und das größte Tier der Erde werden manchmal in tieferen Gewässern vor der Küste beobachtet.
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Belugawale: Weiße, sehr gesellige Wale, die oft in Familiengruppen in flachen Buchten und Flussmündungen zu sehen sind.
Die besten Chancen auf Walsichtungen bieten spezielle Sommer-Bootstouren und Expeditionskreuzfahrten entlang der West- und Nordküste von Spitzbergen.
Vogelberge: Klippen voller Leben
Der Sommer verwandelt die Klippen Spitzbergens in vertikale Städte, in denen hunderttausende Seevögel auf schmalen Vorsprüngen nisten. Zu den wichtigsten Arten gehören:
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Dickschnabel- und Trottellummen: Sie drängen sich dicht an dicht auf den Felsvorsprüngen und bilden riesige, lärmende Kolonien.
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Dreizehenmöwen: Anmutige Möwen, die ihre Nester auf winzigen Simsen bauen und die Luft mit ihren Rufen erfüllen.
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Papageitaucher: Der Liebling aller Besucher; sie nisten in Erdhöhlen und versammeln sich oft in Gruppen auf der Meeresoberfläche unterhalb der Klippen.
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Küstenseeschwalben: Diese Vögel verteidigen ihre Nester äußerst aggressiv mit Sturzflügen, oft in der Nähe der flachen Tundra und an Küstenlinien.
Orte wie Alkhornet und andere Vogelberge entlang der Westküste bieten spektakuläre Beobachtungsmöglichkeiten von Booten oder bei geführten Wanderungen aus.
Sommer an Land: Rentiere, Füchse und Tundra
Wenn der Schnee schmilzt und die Tundra grünt, beginnt für die Landtiere Spitzbergens eine kurze, intensive Wachstums- und Fortpflanzungsphase.
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Spitzbergen-Rentiere: Die Weibchen kalben im Frühsommer und müssen durch das Fressen von saftigen Seggen, Moosen und Blütenpflanzen schnell wieder zu Kräften kommen.
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Polarfüchse: Sie wechseln von der Aasfresserei im Winter zur aktiven Jagd auf Eier, Küken und kleine Beutetiere, wobei sie oft unterhalb der Vogelberge patrouillieren.
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Gänse und Enten: Weißwangen- und Kurzschnabelgänse sowie Eiderenten nisten in der Tundra und an den Küsten und bringen zusätzliches Leben in die Täler.
Sommerwanderungen rund um Longyearbyen oder Landgänge während Kreuzfahrten bieten oft die Gelegenheit, entspannt grasende Rentiere oder über die Hänge huschende Füchse zu beobachten.
Saisonale Highlights für Besucher
Die verschiedenen Jahreszeiten bieten unterschiedliche Möglichkeiten für Fotografie und Tierbeobachtung. Eine Planung mit realistischen Erwartungen ist daher essenziell.
SaisonTypische MonateWichtige TiereBeste Erlebnisse
Tiefer WinterDez–FebEisbären, Rentiere, Polarfuchs, MoorschneehuhnMotorschlitten-Safaris, Fotografie in der Polarnacht
Spätwinter / VorfrühlingMärz–AprWie oben + mehr Licht, erste VögelLängere Motorschlitten-Touren, Erkundung der Eiskante
FrühsommerMai–JuniWalrosse, zurückkehrende Seevögel, erste WaleBootstouren, Fjord-Safaris, Tundra-Wanderungen
HochsommerJuli–AugBelebte Vogelberge, Wal-Hochsaison, RentierkälberExpeditionskreuzfahrten, Zodiac-Anlandungen, Gletscherfronten
Einzigartige Anpassungen der Tiere Spitzbergens
Jeder Bewohner und saisonale Gast auf Spitzbergen hat spezielle Merkmale entwickelt, um in der arktischen Umgebung zu bestehen.
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Eisbären: Schwarze Haut unter dem lichtdurchlässigen Fell hilft, Sonnenstrahlung zu absorbieren; riesige Pfoten fungieren als Schneeschuhe und Paddel.
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Spitzbergen-Rentiere: Kurze Beine, abgerundete Körper und dichtes Fell reduzieren den Wärmeverlust; sie bewegen sich langsam, um Energie zu sparen.
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Polarfuchs: Hohe metabolische Flexibilität und dichtes Fell ermöglichen das Überleben bei extremer Kälte; die Fellfarbe wechselt mit den Jahreszeiten.
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Seevögel: Effiziente Flügelformen und Tauchverhalten ermöglichen die Nahrungssuche in tiefen, eisigen Gewässern; der Guano aus den Kolonien düngt die Tundra und fördert das Pflanzenwachstum.
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Walrosse: Lange Stoßzähne und empfindliche Barthaare helfen ihnen, Beute aufzuspüren und sich auf das Eis zu ziehen; eine dicke Speckschicht dient als Energiespeicher und Isolierung.
Diese Anpassungen bilden ein eng vernetztes Ökosystem, in dem der Zustand des Meereises, des Planktons und der Fischbestände die Spitzenprädatoren direkt beeinflusst.
Naturschutz, Klimawandel und verantwortungsbewusster Tourismus
Die Tierwelt Spitzbergens ist durch strenge Vorschriften geschützt, die darauf abzielen, den menschlichen Einfluss zu minimieren und gleichzeitig nachhaltigen Tourismus zu ermöglichen. Besucher müssen Abstandsregeln zu Eisbären, Walrossen und nistenden Vögeln einhalten. Zudem sind Guides verpflichtet, im Gelände Schusswaffen zur Sicherheit vor Eisbären mitzuführen.
Der Klimawandel ist die größte langfristige Bedrohung:
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Verlust von Meereis: Kürzere Eiszeiten verringern die Jagdzeit für Eisbären und können die Fortpflanzung von Ringelrobben beeinträchtigen.
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Verschiebungen im Ökosystem: Änderungen der Meerestemperatur und der Strömungen können die Verteilung von Fisch und Krill verändern, was Auswirkungen auf Wale und Seevögel hat.
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Wetterextreme: Häufigere „Rain-on-Snow“-Ereignisse (Regen auf Schnee) können Weideflächen unter einer Eisschicht einschließen, was zum Verhungern von Rentieren führen kann.
Reiseveranstalter wie MyArctic.eu tragen zum Naturschutz bei, indem sie in kleinen Gruppen reisen, Abstandsregeln respektieren und Besucher über die empfindlichen Ökosysteme Spitzbergens aufklären.
Planen Sie Ihr Wildtier-Abenteuer auf Spitzbergen mit MyArctic
Ob Gäste davon träumen, Eisbärenspuren unter den Sternen der Polarnacht zu folgen oder im Boot an lautstarken Walrosskolonien unter der Mitternachtssonne vorbeizugleiten – Spitzbergen bietet zu jeder Jahreszeit unvergessliche Naturerlebnisse.
MyArctic.eu mit Sitz in Longyearbyen verbindet Gäste mit lokalen Guides, die genau wissen, wann und wo Tiere sicher und verantwortungsbewusst beobachtet werden können. Wir schneidern Touren für Fotografen, Familien und Abenteurer gleichermaßen zu.
Wer versteht, wie die Tiere Spitzbergens im Winter und Sommer leben, betritt die Tundra oder das Boot mit tiefem Respekt vor dieser fragilen arktischen Wildnis – und mit einer größeren Chance auf eine Begegnung mit der ikonischen Tierwelt, die den hohen Norden so einzigartig macht.
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